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Krebs: Unterschiede zwischen Ost und West

[20.12.2009] Auch 20 Jahre nach dem Mauerfall gibt es noch Unterschiede bzgl. der Erkrankungs- und Sterberaten bei verschiedenen Krebsarten zwischen Ost und West. Die Zahlen werden sich jedoch in den nächsten Jahren immer mehr angleichen.

Grund für die Unterschiede sind die langen Latenzzeiten. Denn Krebserkrankungen entwickeln sich oftmals über viele Jahre. Und auch bei Risikofaktoren wie beispielsweise Zigarettenrauch dauert es Jahrzehnte, ehe die erhöhte Belastung zu vermehrten Lungenkrebsfällen führt. Laut des Berichts "20 Jahre nach dem Fall der Mauer: Wie hat sich die Gesundheit in Deutschland entwickelt?", den das Robert-Koch-Institut (RKI) kürzlich veröffentlicht hat, gibt es noch einige Krebsarten, bei denen Unterschiede zwischen Ost und West bestehen.

Weniger Brustkrebsfälle im Osten

Die größte Differenz gab es in den ersten Jahren nach der Wiedervereinigung bei Brustkrebs. Die Brustkrebssterblichkeit lag in den ersten Jahren nach der Wiedervereinigung in Ostdeutschland um 15 Prozent niedriger als im Westen. Heute, 20 Jahre nach dem Mauerfall, ist die Erkrankungs- und Sterberate in den neuen Bundesländern immer noch um ein Fünftel geringer als in den alten Ländern. Gründe dafür könnten nach Auffassung der RKI-Wissenschaftler unter anderem sein, dass ostdeutsche Frauen oft früher Kinder bekommen haben oder dass westdeutschen Frauen in den Wechseljahren öfter Hormonpräparate verordnet wurden, die unter dem Verdacht stehen, das Brustkrebsrisiko zu erhöhen. Die Experten rechnen allerdings damit, dass sich die Erkrankungs- und Sterberaten auch beim Brustkrebs annähern werden.

Häufiger im Osten: Magen- und Lungenkrebs

Von Magen- und Lungenkrebs sind Ostdeutsche hingegen häufiger betroffen. Als ein Grund für die höhere Zahl von Magenkrebserkrankungen werden unter anderem Veränderungen in der Lebensmittelverarbeitung und bei der Ernährung vermutet, zum Beispiel die frühere Abkehr von gepökeltem Fleisch im Westen. Da diese Erkrankungen eine lange Latenzzeit haben, sei erst langfristig mit einer Angleichung der Erkrankungszahlen zu rechnen, so das RKI.

Quelle:
Bericht „20 Jahre nach dem Fall der Mauer: Wie hat sich die Gesundheit in Deutschland entwickelt?“ Robert-Koch-Institut; www.rki.de



 

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