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Familiärer Brustkrebs: Gentest für betroffene Frauen kann sinnvoll sein

[10.09.2009] Nur bei wenigen Frauen, die an Brustkrebs erkranken, spielen ererbte Gene eine Rolle. Bei Frauen, in deren Familie bereits mehrere weibliche Verwandte an Brustkrebs oder Eierstockkrebs erkrankt sind oder bereits als junge Erwachsene einen Tumor in der Brust entwickelten, könnten sogenannte Brustkrebsgene vorliegen.

Bei rund fünf Prozent der Brustkrebsfälle spielen Gene eine Rolle, auch beim Eierstockkrebs ist die Veranlagung wesentlich. Deshalb macht es bei einer Häufung bestimmter Krebsarten in der Familie Sinn, eine Beratung über das Krebsrisiko, beziehungsweise einen Gentest in Anspruch zu nehmen. Dies berichtet Professorin Rita Schmutzler von der Universitätsfrauenklinik Köln in einer aktuellen Ausgabe der „Apotheken Rundschau“.

Schwerpunktzentren für familiären Brust- und Eierstockkrebs bieten Beratung an
Schmutzler empfiehlt Frauen, bei denen gehäuft Brustkrebsfälle in der Familie auftreten, sich genauer über ihr Risiko beraten zu lassen. Nach der Beratung kann die betroffene Frau entscheiden, ob sie ihr tatsächliches Risiko durch einen Gentest ermitteln lassen möchte. Stellt sich heraus, dass eine Genmutation in den Brustkrebsgenen BRCA1 oder BRCA2 vorliegt, bedeutet dies, dass diese Frauen einer besonderen Risikogruppe angehören.

Laut Schmutzler ist ein Gentest allerdings erst nach dem 25. Lebensjahr sinnvoll, da Brust- und Eierstockkrebs Erkrankungen des Erwachsenenalters sind. Liegen Veränderungen in den Genen BRCA1 oder BRCA 2 vor, sollten die Frauen ab 25 Jahren zur Vorsorge sehr engmaschig untersucht werden. Eine Entfernung der Eierstöcke würde Schmutzler erst in Betracht ziehen, wenn die Familienplanung abgeschlossen ist – also etwa ab 40 Jahren. Durch die Entfernung der Eierstöcke sinkt die Gefahr für diesen Krebs nahezu gegen Null. Auch für das Brustkrebsrisiko dieser Frauen hat die operative Entfernung der Eierstöcke eine Bedeutung: Nach neuen Erkenntnissen sinkt bei den operierten Frauen das Brustkrebsrisiko um die Hälfte.

Frauen, in deren Familie gehäuft Brustkrebs auftritt, können sich bei den Schwerpunktzentren für familiären Brust- und Eierstockkrebs der Deutschen Krebshilfe beraten lassen. Eine Liste mit den Adressen der Zentren finden Sie hier.

Quelle:
Nach Informationen des Gesundheitsmagazins "Apotheken Umschau" 6/2009
www.gesund
heitpro.de



 

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