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Schutzwirkung von Migräne vor Brustkrebs bestätigt

[13.08.2009] Ende 2008 berichteten US-Forscher, dass Frauen, die unter Migräne leiden, seltener an Brustkrebs erkranken. Neue Daten bestätigen nun diese Ergebnisse und zeigen zudem, dass auch junge Migränikerinnen seltener bösartige Tumoren in der Brust entwickeln.

Bereits Ende 2008 hatten Christopher I. Li vom Fred Hutchinson Krebsforschungszentrum in Seattle zusammen mit Kollegen in einer Untersuchung ein reduziertes Brustkrebsrisiko bei Migräne-Patientinnen feststellen (wir berichteten). In dieser ersten Studie konnten sie den Zusammenhang aber nur für Frauen nach den Wechseljahren nachweisen – die neue Studie zeigt nun denselben schützenden Effekt auch für jüngere Frauen ab 34. Klinisch bestätigte Migräne scheint – unabhängig vom Lebensalter - das Brustkrebsrisiko um 26 Prozent zu reduzieren, so die Wissenschaftler.

Auch den Zusammenhang zwischen Migräne und anderen Brustkrebsrisikofaktoren konnten die Forscher ausschließen, indem sie nur die Daten von Frauen auswerteten, die keinen Alkohol tranken, nicht rauchten und weder Hormone zur Verhütung noch zur Linderung von Wechseljahresbeschwerden einnahmen. Der Zusammenhang zwischen Migräne und einem geringeren Risiko für Brustkrebs scheint somit unabhängig von diesen Faktoren zu gelten. In einer bisher noch nicht veröffentlichten Studie konnten die Forscher außerdem nachweisen, dass auch Medikamente wie Aspirin oder Ibuprofen, die von vielen Migräne-Patientinnen eingenommen werden, nicht für das reduzierte Risiko verantwortlich sind.

Gründe für Schutzmechanismus sind noch unklar

Vielleicht sei die Migräne an sich ein Schutzfaktor gegen Brustkrebs, berichtet Li. Allerdings sind die Gründe für diesen Schutzmechanismus unklar. Wissenschaftler vermuten, dass die weiblichen Geschlechtshormone eine wesentliche Rolle spielen. Frauen leiden zwei- bis dreimal häufiger an Migräne als Männer und besonders ein Absinken des Östrogenspiegels, beispielsweise in der Zeit kurz bevor und während der Regelblutung, führt häufig zu Anfällen. Dagegen gelten hohe Östrogenspiegel, zum Beispiel durch Hormonersatztherapien, in und nach den Wechseljahren als möglichen Auslöser für Brustkrebs. In weiteren Untersuchungen wollen die Forscher nun klären, welche Mechanismen für den Zusammenhang verantwortlich sind.

Quelle:
Li CI et al.: Relationship between Migraine History and Breast Cancer Risk among Premenopausal and Postmenopausal Women Cancer Epidemiology Biomarkers & Prevention 18, 2030, July 1, 2009. doi: 10.1158/1055-9965.EPI-09-0291

 


 

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