Home > Interessierte Frauen > Aktuelles/News > „Ich habe Brustkrebs“ – wenn Promis sich outen

„Ich habe Brustkrebs“ – wenn Promis sich outen

[31.07.2009] 57.000 Frauen erkranken hierzulande jedes Jahr an Brustkrebs. Zunehmend berichten auch betroffene Prominente von ihrer Erkrankung und motivieren damit gesunde Frauen, die Früherkennungsmaßnahmen wahrzunehmen.

Brustkrebs kann alle Frauen treffen. U.a. auch Prominente wie die Schauspielerinnen Hildegard Knef und Christina Applegate, Politikerinnen Renate Hildebrandt und Heide Simonis, Pop-Sängerinnen Anastacia und Kylie Minogue und erst kürzlich Moderatorin und Fußballer-Frau Sylvie van der Vaart.

Während früher Prominente häufig versuchten, ihre Krebserkrankung geheim zu halten, gehen heute immer mehr Stars in die Offensive. Grund dafür sind zum einen die besseren Überlebens- und Heilungs-Chancen. Aber außerdem hat sich „Krebs“ zu einem beliebten Thema der Massenmedien entwickelt. Erfreulich daran ist, dass das Thema „Krebs“ mit dem Outing aus der Tabuzone herausgeholt wird. Zudem verknüpfen die betroffenen Prominenten ihre Offenheit häufig mit einem Aufruf zur Krebsvorsorge. Das kann einen positiven Effekt haben, ob dieser allerdings anhält, ist fraglich.

"Kylie-Effekt" in Australien
Dass das öffentliche Bekenntnis einer Prominenten zum Krebs wirklich einen direkten positiven Effekt auf das Früherkennungsverhalten haben kann, zeigen Daten aus Australien. Nachdem die dortige Presse die Brustkrebskrankheit der jungen australischen Sängerin Kylie Minogue über Wochen zum Thema machte, stieg die Anmeldungsquote zur Mammographie innerhalb dieser Zeit in einigen Landesteilen sprunghaft um 40 Prozent an.

Der Anstieg der Zahl der Frauen zwischen 40 und 69 Jahren, die sich einer Röntgenuntersuchung außerhalb des öffentlichen Screening-Programms unterzogen, betrug gar über 100 Prozent. Sechs Wochen nach den Medienberichten blieb die Anmeldungsquote bei den Frauen außerhalb des Screening-Programms immer noch um ein Drittel höher als vorher.

Die Autoren der Studie erwarten durch diesen "Kylie-Effekt" eine Senkung der Sterblichkeit an Brustkrebs. Vor allem jüngere Frauen seien zur Teilnahme an einem Screening ermuntert worden, stellten die Untersucher fest.

Auch hier in Deutschland wird erwartet, dass das Outing und die Appelle von Prominenten, die Früherkennung zu nutzen, Wirkung zeigen. Daten dazu gibt es allerdings nicht. Vielmehr zählen die Deutschen immer noch zu den Vorsorgemuffeln. Nur etwa jeder fünfte Mann und jede zweite Frau nutzen nach der jüngsten Erhebung des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung Deutschlands die gesetzlichen Früherkennungsmaßnahmen.

Quellen:
Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in der Bundesrepublik Deutschland: Hochrechnung zur Akzeptanz von Gesundheitsuntersuchungen und Krebsfrüherkennungs¬untersuchungen bei gesetzlich Versicherten;www.zi-berlin.de
Chapman S et al. Impact of news of celebrity illness on breast cancer screening: Kylie Minogue's breast cancer diagnosis: Medical Journal of Australia 2005; 183 (5): 247-250



 

Hinweis

Aufgrund fehlender Finanzmittel wird diese Seite zur Zeit nicht mehr aktiv gepflegt. Der aktuelle Stand bleibt zu Ihrer Information erhalten

Fachbegriffe

Lexikon