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Vorsicht bei pflanzlichen Mitteln gegen Wechseljahresbeschwerden

[07.08.2009] Eine Hormonersatztherapie zur Behandlung von Wechseljahresbeschwerden erhöht das Brustkrebsrisiko und wird deshalb nur noch bei sehr hohem Leidensdruck eingesetzt. Vorsicht ist aber auch angezeigt bei pflanzlichen Mitteln, wie Wissenschaftler aus Großbritannien berichten.

Die unabhängigen britischen Arzneimittel-Experten verschafften sich einen aktuellen Überblick über die Datenlage der pflanzlichen Präparate zur Therapie der Wechseljahresbeschwerden und bewerteten danach deren Wirksamkeit und Verträglichkeit. Die Experten kommen zu dem Schluss, dass bei vielen Produkten ein Wirksamkeitsnachweis fehlt und zudem auch die pflanzlichen Mittel schwerwiegende Nebenwirkungen hervorrufen können.

Wirksam, aber auch mit Risiko verbunden: die Traubensilberkerze (Cimcifuga)

Tatsächlich wirksam gegen Wechseljahresbeschwerden sind Extrakte aus dem Wurzelstock der Traubensilberkerze, einer aus Nordamerika stammenden Heilpflanze. Allerdings kann es in selten Fällen zu Lebeerkrankungen kommen. Ein entsprechender Warnhinweis wurde deshalb in die Packungsbeilage aufgenommen. Frauen, die Präparate der Traubensilberkerze einnehmen, sollten sich des Risikos bewusst sein.

Traubensilberkerzen-Präparate gibt es als Arzneimittel und als Nahrungsergänzungsmittel. Arzneimittel müssen ein strenges Zulassungsverfahren durchlaufen, bevor sie auf den Markt gebracht werden dürfen. Dabei muss die Wirksamkeit und Verträglichkeit nachgewiesen werden. Nahrungsergänzungsmitteln hingegen sind eigentlich nichts anderes als schlichte Lebensmittel, unterliegen dem Lebensmittelgesetz und müssen lediglich beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit registriert sein. Nahrungsergänzungsmittel dürfen keine therapeutische Wirkung haben. Irreführende oder krankheitsbezogene Aussagen sind deshalb, zur deutlichen Unterscheidung von Arzneimitteln, ausdrücklich verboten.

Wirken nicht: Soja, Rotklee, Nachtkerzenöl, Ginseng, Dong Quai, Yamswurzel oder Hopfen

Neben den apothekenpflichtigen Extrakten aus dem Wurzelstock der Traubensilberkerze werden zunehmend Isoflavone aus Soja und Rotklee gegen Wechseljahresbeschwerden angeboten. Isoflavone zählen zu den sekundären Inhaltsstoffen der Pflanzen und haben keine Arzneimittelzulassung, sondern sind lediglich als Nahrungsergänzungsmittel oder diätetische Lebensmittel im Handel. Viele werden als wirkungsvolle und nebenwirkungsfreie Naturprodukte beworben, obwohl ihre Wirksamkeit und Verträglichkeit wissenschaftlich nicht bewiesen ist.

Die englischen Experten sehen deshalb in der Anwendung dieser Mittel keinen überzeugenden Nutzen. Die Wissenschaftler weisen ausdrücklich darauf hin, dass die Risiken einer langfristigen Einnahme nicht abzuschätzen seien. Möglich sei auch, dass die pflanzlichen Nahrungsergänzungsmittel Auswirkungen auf andere Arzneimittel haben könnten. Über diese sogenannten „Wechselwirkungen“ mit verschreibungspflichtigen Medikamenten sei wenig bekannt. Vielmehr hält sich anscheinend hartnäckig der Irrglauben, dass pflanzliche Mittel keinerlei Nebenwirkungen haben und somit bedenkenlos eingenommen werden können. Frauen, die ihre Wechseljahresbeschwerden mit diesen Präparaten behandeln möchten, sollten zuvor mit ihrem Arzt darüber sprechen.

Quelle:
Herbal medicines for menopausal symptoms; Drug and Therapeutics Bulletin 2009;47:2-6; doi:10.1136/dtb.2008.12.0031



 

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