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Rheuma-Patientinnen erkranken seltener an Brustkrebs

[31.07.2009] Gibt es einen Zusammenhang zwischen Rheuma und Brustkrebs? Dieser Frage gingen US-Forscher nach. Sie fanden heraus, dass bei Frauen, die unter bestimmten Rheuma-Erkrankungen leiden, offenbar seltener ein Brustkrebs diagnostiziert wird. Warum das so sein könnte, ist allerdings unklar.

Bestimmte Rheumaerkrankungen, die den ganzen Körper betreffen, liegt eine Störung des Immunsystems zugrunde. Diese Erkrankungen werden im Fachjargon mit „Systemic Autoimmune Rheumatic Diseases“ oder mit dem Kürzel „SARD“ bezeichnet. Dazu gehören entzündliches Gelenkrheuma (rheumatoide Arthritis) und entzündliche Erkrankungen des Bindegewebes (systemischer Lupus erythematodes, Sjögren-Syndrom, systemische Sklerose und Dermatomyositis). Da auch bei einer Brustkrebserkrankung ein gestörtes Immunsystem eine gewisse Rolle spielen könnte, wollten die US-Wissenschaftler untersuchen, wie oft bei Frauen mit SARD auch ein Brustkrebs entdeckt wird.

Brustkrebs-Patientinnen wiesen seltener eine SARD auf
Saad M. Gadalla vom amerikanischen National Cancer Institute in Bethesda, Maryland, wertete zusammen mit Kollegen Daten einer umfangreichen amerikanischen Patienten-Datenbank aus. Gadalla und sein Team verglichen dabei die Daten von 84.778 Patientinnen im Alter von 67 bis 99 Jahren, bei denen zwischen 1993 und 2002 ein Brustkrebs diagnostiziert wurde mit den Daten einer gleichgroßen und gleichaltrigen Kontrollgruppe von Frauen, die nicht an Brustkrebs erkrankt waren.

Die Auswertung von Gadalla und seinem Team ergab, dass in den beiden Vergleichsgruppen insgesamt 6.111 Frauen an einer SARD erkrankt waren. Von den Brustkrebspatientinnen wiesen 3033 Frauen eine SARD auf, bei der gesunden Vergleichsgruppe waren 3078 Frauen von einer SARD betroffen. Somit wiesen Frauen mit SARD seltener eine Brustkrebserkrankung auf. Die Risikominderung betrug 12 Prozent.
Bei der Betrachtung der einzelnen SARD-Rheumaerkrankungen ergab sich ein deutlicher Unterschied nur bei den Frauen mit einer rheumatoiden Arthritis. Die Risikominderung betraf sowohl sogenannte Hormonrezeptor-positive als auch -negative Tumore. Auch bei den Frauen mit einem systemischen Lupus erythematodes ließ sich ein um 51 Prozent reduziertes Brustkrebsrisiko errechnen, allerdings nur für Hormonrezeptor-negative Brustkrebserkrankungen.

Könnte Zusammenhang durch Rheuma-Tabletten erklärt werden?

Die Forscher weisen daraufhin, dass sie nicht ausschließen können, dass die errechneten Risikominderungen bei Patientinnen mit einer rheumatoiden Arthritis damit zusammenhängen könnten, dass diese Frauen in der Regel bestimmt Medikamente, sogenannte nichtsteroidale Antirheumatika einnehmen. Denn bisherige Studien lassen vermuten, dass diese Medikamente einen schützenden Effekt bezüglich einer Brustkrebserkrankung haben könnten. Außerdem müsse bei der Bewertung der Ergebnisse in Betracht gezogen werden, dass das Vorhandensein bzw. nicht Vorhandensein einiger anderer Brustkrebsrisikofaktoren wie Alter bei der ersten Geburt, Übergewicht, Alkoholkonsum und der Gebrauch einer Hormonersatztherapie nicht berücksichtigt werden konnte. „Es ist allerdings unwahrscheinlich, dass mit der fehlenden Berücksichtigung dieser Risikofaktoren unsere Ergebnisse erklärt werden können, denn diese Faktoren erhöhen nur das Risiko für Hormonrezeptor-positive Mammakarzinome, nicht aber für Hormonrezeptor-negative Tumoren,“ schreiben die Wissenschaftler in ihrer Veröffentlichung.

Quelle:
Gadalla SM et al. Breast cancer risk in elderly women with systemic autoimmune rheumatic diseases: a population-based case–control study; British Journal of Cancer (2009) 100, 817–821. doi:10.1038/sj.bjc.6604906


 

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