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Kein Brustkrebs-Schutz durch Kalzium und Vitamin D?

[06.07.2009] Nein - zumindest nicht bei Frauen, die bereits die Wechseljahre hinter sich haben. Das ist das Ergebnis einer großen qualitativ sehr hochwertigen Studie. Allerdings könnte es sein, dass jüngere Frauen von einer zusätzlichen Einnahme von Kalzium und Vitamin D3 profitieren. Ob das tatsächlich der Fall ist, soll durch weitere Untersuchungen geprüft werden.

In der US-Studie mit dem Namen „Women’s Health Initiative (WHI)“ nahmen 36.282 Frauen, die ihre Wechseljahre hinter sich hatten, teil. Die Frauen wurden per Zufall auf zwei Gruppen verteilt. Eine Gruppe nahm durchschnittlich sieben Jahre lang täglich 1.000 mg Kalzium und 400 IU Vitamin D3 ein, die andere Gruppe erhielt Placebo. In der WHI-Studie ging es in erster Linie darum, zu untersuchen, ob sich die zusätzliche Vitamin- und Mineralstoffeinnahme auf das Risiko von Hüftknochenbrüchen auswirken würde. Es wurde aber auch der Einfluss auf Darm- und Brustkrebs erfasst.

Allerdings nahm mehr als die Hälfte aller Frauen zusätzlich zur Studienmedikation noch Vitamin D, meist in Form von Multivitaminpräparaten ein. Die ersten Studienergebnisse wurden bereits veröffentlicht: Die Knochendichte des Oberschenkels nahm unter Kalzium/Vitamin D leicht, aber deutlich zu. Das Risiko von Hüftknochenbrüchen sank jedoch nur bei Frauen über 65 Jahren. Ein Einfluss auf die Rate von Darmkrebs war nicht nachweisbar.

Brustkrebsrisiko ließ sich nicht reduzieren – weitere Studien geplant
Und auch die Rate an Brustkrebs verringerte sich nicht in der Gruppe der Frauen, die Kalzium und Vitamin D einnahmen. In dieser Gruppe erkrankten 528 Frauen (von 18.176); in der Plazebogruppe waren es 546 (von 18.106) Frauen. Ein Unterschied ließ sich somit nicht feststellen.

Experten empfehlen, weitere Studien mit Vitamin D zur Krebsvorbeugung durchzuführen. Dabei sollten vor allem höhere Dosen geprüft werden. Außerdem sollten jüngere Frauen an den Studien teilnehmen und die Studien sollten einen längeren Zeitraum umfassen.

Quelle:
Chlebowski RT et al. Calcium plus vitamin D supplementation and the risk of breast cancer. Journal of the National Cancer Institut 2008; 100: 1581– 91





 

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