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Frauen bewerten Mammographie-Screening positiv

[22.06.2009] Frauen, die am Mammographie-Screening-Programm teilgenommen haben, geben der Früherkennung von Brustkrebs gute Noten. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage der Hochschule Augsburg, die zusammen mit der Patientenorganisation mamazone e.V. durchgeführt wurde.

Im Rahmen des Mammographie-Screening-Programms erhält jede Frau im Alter zwischen 50 und 69 Jahren alle zwei Jahre per Brief eine Einladung zu einer Untersuchung zur Früherkennung von Brustkrebs. Die Mammographie - eine Röntgenuntersuchung der weiblichen Brust - findet in einer speziell dafür qualifizierten und zugelassenen Screening-Einheit statt. Ziel des Programms ist es, Brustkrebs so früh wie möglich zu entdecken, um die betroffenen Frauen schonender und mit guter Aussicht auf Erfolg behandeln zu können.

In einer bundesweiten Befragung von mamazone e.V., Deutschlands größter Patientinneninitiative im Kampf gegen Brustkrebs, in Zusammenarbeit mit einem Projektteam der Hochschule Augsburg unter Leitung von Professor Gerhard Riegl wurden 1200 Frauen bezüglich ihrer Zufriedenheit mit dem Mammographie-Screening befragt.

Lob und Kritik der Befragten
Von den bisher drei Millionen Frauen in Deutschland, die ein Einladungsschreiben zum Mammographie-Screening erhalten haben, nahmen über eine Million der angeschriebenen Frauen den Termin wahr. Laut Auswertung der mamazone-Umfrage durch Professor Riegl wurden Informationsunterlagen und Einladungsschreiben zum Screening von den befragten Frauen als sehr gut beurteilt. Ebenfalls positiv bewertet wurde die Einladung durch eine zentrale Stelle, nur zehn Prozent wünschten eine Überweisung durch einen Arzt. Der vorgeschlagene Termin wurde von der Mehrheit der Angeschriebenen akzeptiert. Ausstattung, hygienischer Standard und Service der Screeningeinheiten wurden sogar als sehr gut bezeichnet.

Kritisiert wurde, besonders in ländlichen Gebieten, die große Entfernung der Screeningzentren vom Wohnort der Eingeladenen. Besonders vermisst wurde die Möglichkeit, den Befund unmittelbar nach der Untersuchung mit einem Arzt besprechen zu können, zumal nur 38 Prozent der Frauen beim Screening mitgeteilt wurde, dass zur Absicherung der Diagnose noch weitere Untersuchungen erforderlich sein könnten.

Vorsorgemuffel werden durch Screening-Programm nicht erreicht
Das eigentliche Ziel des bundesweiten Screening-Programms, Frauen anzusprechen, die bislang wenig von der Früherkennung hielten, wurde laut mamazone-Studie nicht erreicht. 64 Prozent der Befragten gingen bisher schon zur jährlichen Krebsfrüherkennung, mehr als 14 Prozent suchen ihren Frauenarzt halbjährlich zur Vorsorge auf. Annette Kruse-Keirath von mamazone: "Mit dem Screening werden bisher weitgehend Frauen erreicht, die ohnehin Früherkennungs-Fans sind".

Umfrage deckt Wissenslücken auf
Ein wichtiges Umfrageergebnis ist, dass den meisten Frauen, die am Mammographie-Screening teilnehmen, die beschränkte Aussagekraft der Untersuchung nicht klar ist. Zwar würden 86 Prozent der befragten Frauen im Alter von 50 bis 69 Jahren wieder zum Screening gehen, doch mehr als 90 Prozent wussten nicht, dass dabei höchstens 60 bis 70 Prozent der Brusterkrankungen entdeckt werden. "Eine Mammographie ohne Befund bedeutet noch lange nicht brustgesund" sagt Annette Kruse-Keirath vom mamazone-Vorstand, obwohl die qualitätsgesicherte Röntgenuntersuchung der Brust offiziell immer noch als die sicherste Methode zur Früherkennung von Brustkrebs dargestellt werde.

Quelle:
Hochschule Augsburg; Pressemitteilung von 11.05.2009: „Frauen sagen "ja" zum Mammographie-Screening - Beschränkte Aussagekraft der Untersuchung ist den wenigsten bekannt“











 

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