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Deutsche Krebshilfe fördert Spitzenzentren der Krebsmedizin

[15.06.2009] Die Deutsche Krebshilfe unterstützt mit ihrem Schwerpunktprogramm „Onkologische Spitzenzentren“ zehn deutsche Universitätskliniken, an denen Krebspatienten optimal therapiert und versorgt werden. Jedes Zentrum erhält drei Jahre lang jährlich eine Million Euro. Durch die Förderung soll die Versorgung von Krebspatienten hierzulande verbessert werden.

Vier der zehn geförderten Zentren stehen bereits seit 2007 fest: das Universitäts-Krebszentrum Dresden, das Tumorzentrum Ludwig Heilmeyer am Universitätsklinikum Freiburg, das Zentrum für Integrierte Onkologie der Universitätskliniken Köln/Bonn sowie das Südwestdeutsche Tumorzentrum am Universitätsklinikum Tübingen. Sechs weitere Zentren wurden kürzlich ausgewählt. Die Universitätskliniken Berlin, Erlangen, Essen, Frankfurt, Hamburg und Ulm wurden im Rahmen der zweiten Förderstufe nach internationaler Begutachtung aus 18 Bewerbern als weitere Spitzenzentren der Krebsmedizin ernannt. Die Begutachtung erfolgte durch ein Gremium aus internationalen Gutachtern unter Leitung von Professor Dr. Alexander Eggermont, Direktor der Abteilung für Chirurgische Onkologie der Universitätsklinik Rotterdam.

Was ein „onkologisches Spitzenzentrum“ Patienten bieten sollte
Um für die Förderung in Betracht zu kommen, müssen die Zentren unter anderem die folgenden Kriterien erfüllen:
•    Fachübergreifende interdisziplinäre Onkologie für alle Tumorerkrankungen mit zentraler Anlaufstelle für Krebs-Patienten.
•    Einrichtung von interdisziplinären Konferenzen („ Tumor-Boards“).
•    Entwicklung und/oder Umsetzung von Behandlungspfaden im Sinne von Leitlinien.
•    Einbringung von Patienten in klinische Studien.
•    Enge Verzahnung von Forschung und Klinik (translationale Forschung).
•    Psychoonkologische und palliative Betreuung.
•    Einbindung von Krebs-Selbsthilfeorganisationen.
•    Interaktion mit niedergelassenen Ärzten und Krankenhäusern der Umgebung.
•    Vorhaltung von Ausbildungsprogrammen für Ärzte, Wissenschaftler und Pflegepersonal.
•    Nachweis eines Qualitätssicherungssystems.
•    Dokumentation durch klinische Krebsregister.
•    Entwicklung von Programmen zur Früherkennung und Vorbeugung (Prävention).

Jeder Krebspatient sollte innerhalb einer Stunde ein Spitzenzentrum erreichen können

Der Deutschen Krebshilfe zufolge werden Krebs-Patienten in Deutschland sehr unterschiedlich versorgt. „Es kann nicht sein, dass eine Frau mit Brustkrebs oder ein Mann mit Prostatakrebs in Norddeutschland anders behandelt werden als in Süddeutschland“, so Professor Dr. Otmar Wiestler, Vorsitzender des Beirats und Vorstandsmitglied der Deutschen Krebshilfe. Von den Spitzenzentren verspricht sich die Deutsche Krebshilfe bundesweit eine deutliche Verbesserung der Patientenversorgung und neue Impulse für die translationale Forschung, also die Umsetzung von Erkenntnissen aus der Grundlagenforschung in die klinische Anwendung und umgekehrt. „Wichtig erscheint uns hierfür insbesondere die Vernetzung mit den übrigen Krankenhäusern und den niedergelassenen Ärzten in der Region“, betonte Wiestler. Langfristiges Ziel sei es, dass jeder Krebs-Patient in Deutschland innerhalb von maximal einer Stunde Fahrzeit ein Spitzenzentrum der Krebsmedizin erreichen kann.

Quellen:
Deutsche Krebshilfe „Förderprogramm für Exzellenzzentren der Krebsmedizin“ Pressemitteilung vom 23.01.2009; www.krebshilfe.de sowie Gespräch mit Dr. Eva Kalbheim am 24.02.2009
Deutsche Krebshilfe „Förderprogramm zur Verbesserung der Versorgung krebskranker Menschen“ Pressemitteilung vom 01.04.2009



 


 

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