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In Europa überleben immer mehr Menschen Krebs

[26.05.2009] In Europa werden immer mehr Patienten von Krebs geheilt. Das ist das Ergebnis einer großen Studie. Demnach haben sich besonders die Aussichten bei Lungen-, Magen- und Darmkrebs gebessert. In vielen Ländern wird dank des eingeführten Mammographie-Screening auch häufiger ein Brustkrebs im Frühstadium entdeckt und kann dann in vielen Fällen geheilt werden.

In die Studie der Europäischen Krebsorganisation ECCO flossen die Daten von mehr als 13,5 Millionen Menschen ein, bei denen zwischen 1978 und 2002 Krebs diagnostiziert worden war. Die Forscher analysierten, welcher Anteil nicht nur – die in der Krebsmedizin üblicherweise betrachteten - ersten fünf Jahre überlebt hat, sondern tatsächlich als geheilt gelten kann. Dafür verglichen sie das Schicksal von Krebspatienten aus den beiden Zeiträumen 1988 bis 1990 und 1997 bis 1999.

Der Anteil der vollständig geheilten Patienten stieg in den 1990er Jahren bei Lungenkrebs von 6 auf 8 Prozent, bei Magenkrebs von 15 auf 18 Prozent und bei Darmkrebs von 42 auf 49 Prozent. Erfreulich ist, dass die geheilten Patienten die gleiche Lebenserwartung hätten wie der Rest der Bevölkerung, schreiben die Autoren.

Große Unterschiede zwischen den verschiedenen Ländern

In Europa liegen die Raten der Heilungserfolge weit auseinander: Bei Männern werden je nach Land 21 bis 47 Prozent vollständig geheilt, bei Frauen 38 bis 59 Prozent. Insgesamt wurden die meisten erkrankten Männer in Island geheilt (47 Prozent), die meisten Frauen (59 Prozent) in Frankreich und Finnland. Polen hingegen schnitt europaweit am schlechtesten ab. Hier lag der Anteil der geheilten Patienten bei Männern bei 21 Prozent und bei Frauen bei 38 Prozent.

Grund für die stark abweichenden Zahlen ist u.a. die Häufigkeit der verschiedenen Krebsarten sowie unterschiedliche Vorbeugemaßnahmen, Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten. So lag der Anteil der geheilten Lungenkrebspatienten in Dänemark, Tschechien und Polen mit weniger als 5 Prozent europaweit am niedrigsten, während in Frankreich und Spanien mit mehr als 10 Prozent die meisten Patienten geheilt werden. Auch bei Darmkrebserkrankungen lagen Polen und Tschechien zusammen mit Slowenien mit weniger als 30 Prozent geheilten Patienten hinten - während 49 Prozent der Erkrankten in Frankreich gerettet werden.

Westeuropäische Länder schneiden in puncto Brustkrebs besser ab

Bei der Heilung von Brustkrebs bilden Polen, Tschechien und Slowenien ebenso europaweit das Schlusslicht. Als Grund hierfür sehen die Wissenschaftler die Einführung von Brustkrebs-Screenings Mitte der 1990er in vielen westeuropäischen Ländern. Auch in Deutschland wurde das Mammographie-Screening flächendeckend eingeführt. Frauen im Alter von 50 bis 69 Jahren können hierzulande daran teilnehmen. Sie werden alle zwei Jahre zur Mammographie eingeladen. Die Teilnahme am Programm ist freiwillig und kostenlos.

Die Internetseite www.ein-teil-von-mir.de informiert in sieben Sprachen über das Mammographie-Screening und gibt einen aktuellen Überblick, wie weit die Einführung in den einzelnen Regionen gediehen ist. Fragen zum Screening beantwortet auch der telefonische Informationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) unter der Telefonnummer 06221 - 42 41 42. Der Service ist montags bis freitags von 8 bis 20 Uhr zu erreichen.

Quelle:
Berrino F et al. Comparative cancer survival information in Europe. European Journal of Cancer. April 2009, Vol. 45, Issue 6, Pages 901-908



 

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