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Brustkrebs: Hormonsensible Tumoren werden immer häufiger

[15.05.2009] Zirka 10 verschiedene Brustkrebsarten unterscheiden Experten. Sogenannte Hormonrezeptor-positive Tumore werden immer häufiger diagnostiziert, wie jetzt schottische Forscher in einer Untersuchung herausfanden. Grund dafür ist vermutlich ein veränderter Lebensstil.

Bei mehr als 50 000 Frauen wird jedes Jahr hierzulande ein bösartiger Knoten in der Brust entdeckt. Statistisch gesehen erkrankt somit jede zehnte Frau an Brustkrebs. Durchschnittlich ist das Risiko mit 65 Jahren am höchsten, bei der erblichen Form ist die Gefahr mit 40 Jahren am größten. Brustkrebs ist aber nicht gleich Brustkrebs, sondern aufgrund verschiedener Eigenschaften unterscheiden Krebsmediziner grob zwischen zehn Klassifikationen, denen sich die meisten Brustkrebsarten zuordnen lassen.

Hormonsensible Tumoren lassen sich gut therapieren
Am häufigsten sind sogenannte Hormonrezeptor-positive Tumore. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie Antennen für weibliche Hormone besitzen. Durch das Andocken der Hormone an die Antennen werden diese Tumoren zum Wachstum angetrieben. Diese Tumoren wachsen langsam. Frauen mit diesem Befund werden öfter geheilt, bekommen seltener Metastasen als andere und werden daher auch seltener rückfällig. Außerdem sind antihormonelle Krebstherapien und auch Chemotherapien bei ihnen deutlich öfter erfolgreich und besser verträglich.

Schottische Forscher untersuchten die Eigenschaften von Brustkrebsproben

Forscher der Universität Glasgow überprüften die Tumoreigenschaften von mehr als 1000 Gewebeproben von Brustkrebs-Patientinnen. Die Proben wurden in zwei großen Krankenhäusern der Stadt Glasgow gesammelt. 420 stammten aus den Jahren zwischen 1984 bis 1986 und 653 von 1996 bis 1997. Dabei fanden die Wissenschaftler heraus, dass die Hormonrezeptor-positiven Tumoren häufiger wurden: ihre Fallzahlen stiegen innerhalb von zehn Jahren von 64 Prozent auf 72 Prozent. Gleichzeitig nahm der Anteil der ohnehin seltenen, schnell wachsenden und aggressiv streuenden Krebsarten ohne Antennen für weibliche Hormone ab.

Gründe für Anstieg der hormonsensiblen Tumoren unklar

Warum der Anteil der Hormonrezeptor-positiven Tumoren steigt, ist unklar. Die schottischen Forscher vermuten, dass eine gewisse Zunahme darauf beruht, dass es heute bessere Nachweismethoden gibt. Mit den sensiblen Testmethoden können inzwischen die Tumore mit den Hormonrezeptoren noch frühzeitiger aufgespürt werden, bevor überhaupt ein Knoten in der Brust tastbar wird. Ein weiterer Grund könnte auch der veränderte Lebensstil sein, glauben die Glasgower Mediziner. Frauen bekommen inzwischen viel später Kinder als noch vor 20 Jahren, ihr Blutspiegel von weiblichen Geschlechtshormonen bleibt also bis in die Mittvierziger hinein vergleichsweise hoch. Außerdem gibt es mehr übergewichtige Frauen, die aufgrund des vermehrten Fettgewebes mehr weibliche Geschlechtshormone produzieren.

Zudem gibt es Frauen, die zur Behandlung ihrer Wechseljahres-Beschwerden zusätzlich Hormone einnehmen sowie Frauen, bei denen ein erbliches Risiko für einen Hormonrezeptor-positiven Brustkrebs vorliegt. Eine weitere Gefahr sind die veränderten Trinkgewohnheiten unter Frauen: Alkohol fördert die Entstehung von Brust- und Gebärmutterschleimhautkrebs. Denn durch zu viel Alkohol kann der Körper das weibliche Geschlechtshormon Östrogen nicht mehr richtig abbauen.

Quelle:
Brown SBF et al. Is the biology of breast cancer changing? A study of hormone receptor status 1984–1986 and 1996–1997; British Journal of Cancer (2009) 100, 807–810. doi:10.1038/sj.bjc.6604934




 


 

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