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Dicke Frauen scheuen aus Scham Mammographie

[13.04.2009] Mit zunehmendem Gewicht sinkt US-Forschern zufolge die Bereitschaft von Frauen, sich einer Mammographie zur Früherkennung von Brustkrebs zu unterziehen. Stark Übergewichtige meiden die Untersuchung um 20 Prozent häufiger als Normalgewichtige. Die amerikanischen Wissenschaftler fanden heraus, dass Übergewichtige aus Scham seltener zur Mammographie gehen.

Das berichten Dr. Nisa Maruthur und ihr Team von der John Hopkins University School of Medicine in Baltimore, USA. Die Forscher werteten die Daten von 17 US-Studien mit mehr als 276.000 Teilnehmerinnen aus. Die Scheu der “Dicken“, ihre Brust zum Screening zu entblößen, dürfte nach Meinung der Autoren erklären, warum diese Frauen eher an Brustkrebs sterben als andere.

In drei der Studien untersuchten die Forscher auch das unterschiedliche Verhalten von weißen und schwarzen übergewichtigen Frauen im Zusammenhang mit der Teilnahme an einem Mammographie-Screening. Dabei fanden sie heraus, dass bei stark übergewichtigen weißen Frauen eine um 20 Prozent geringere Bereitschaft vorhanden war, sich einer Mammographie zu unterziehen, als bei normalgewichtigen Frauen. Dies trifft jedoch nicht auf schwarze Frauen zu.

Übergewichtige achten generell weniger auf ihre Gesundheit
Die Autoren erfragten von den übergewichtigen Frauen auch die Gründe, warum sie seltener an einem Screening teilnehmen und auch sonst eine medizinische Versorgung eher zögerlich in Anspruch nehmen. Die Forscher fanden heraus, dass diese Frauen nur eine geringe Selbstachtung besitzen und ihren eigenen Körper als unvorteilhaft wahrnehmen. Außerdem schämen sie sich, fühlen sich von den Ärzten respektlos behandelt und wollen unerwünschten Ratschlägen zur Gewichtsabnahme aus dem Weg gehen.

Maruthur und ihre Kollegen vermuten, dass stark Übergewichtige generell ein eher mangelhaftes Gesundheitsverhalten aufweisen und die Nichtteilnahme an einer Mammographie dabei nur ein Element von vielen ist. Bezüglich des unterschiedlichen Verhaltens von weißen im Vergleich zu schwarzen Frauen vermuten die Forscher, dass weiße und schwarze Frauen eine ganz unterschiedliche Wahrnehmung von ihrem eigenen Körper haben.

Die Wissenschaftler ziehen das Fazit, dass die mangelnde Teilnahme von übergewichtigen Frauen an regelmäßigen Mammographie-Screenings eine Erklärung für die erhöhte Sterblichkeitsrate durch Brustkrebs in dieser Gruppe sein könnte.

Mammographie-Screening in Deutschland

Brustkrebs ist derzeit die Krebsart, an der die meisten Frauen in Deutschland versterben. Durch das Mammographie-Screening konnte die Sterberate durch Brustkrebs nachweislich gesenkt werden. Dabei handelt es sich um ein Programm für Frauen im Alter von 50 bis 69 Jahren. Sie werden alle zwei Jahre zur Mammographie eingeladen. So können sehr kleine Krebsherde frühzeitig erkannt und oft erfolgreich behandelt werden. Die Teilnahme am Programm ist freiwillig und kostenlos.

Die Internetseite www.ein-teil-von-mir.de informiert in sieben Sprachen über das Mammographie-Screening und gibt einen aktuellen Überblick, wie weit die Einführung in den einzelnen Regionen gediehen ist. Fragen zum Screening beantwortet auch der telefonische Informationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) unter der Telefonnummer 06221 - 42 41 42. Der Service ist montags bis freitags von 8 bis 20 Uhr zu erreichen.

Quellen:
Maruthur NM et al (2009). Obesity and mammography: a systematic review and meta-analysis. Journal of General Internal Medicine, DOI 10.1007/s11606-009-0939-3
www.ein-teil-von-mir.de

 

 


 

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