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Vitamin-Präparate schützen nicht vor Krebs

[12.02.2009] Etliche beliebte Nahrungsergänzungspräparate schützen nicht vor Krebserkrankungen. Zwei der bislang größten Langzeitstudien kommen eindeutig zu dem Schluss, dass weder Vitamin C, noch Vitamin E oder das Spurenelement Selen bei Männern das Risiko für Tumoren an der Prostata oder anderen Organen senken. Eine dritte Studie bei rund 8000 Frauen kommt ebenfalls zu dem Schluss, dass zusätzliche eingenommene Präparate von Vitamine C, E und Beta-Karotin keinen Einfluss auf das Krebsrisiko haben.

Die größte der drei Untersuchungen wurde vom National Cancer Institute in den USA veranlasst und an 400 Orten in den USA, Puerto Rico und Kanada durchgeführt. Mehr als 35.000 Männer ab 50 Jahren nahmen an der SELECT-Studie „Selenium and Vitamin E Cancer Prevention Trial“ teil. Die Studienteilnehmer nahmen täglich entweder 400 IU Vitamin E, 200 µg Selen, eine Kombination beider Stoffe oder aber ein Scheinpräparat ein. Wegen der klaren Tendenz brachen die Mediziner der Universität von Texas in Houston die ursprünglich auf sieben Jahre angelegte Studie schon nach fünfeinhalb Jahren ab. Das Ziel, die Rate der Prostatakarzinome zu senken, war nicht erreicht worden. Weder Selen noch Vitamin E noch die Kombination beider Stoffe senkten das Erkrankungsrisiko. Es deutete sich sogar ein leichter Anstieg der Krebsrate an um relativ 13 Prozent an. Für Selen wurde ein Anstieg um relativ vier Prozent gefunden. Die Kombination beider Substanzen erhöhte das relative Risiko auf einen Prostatakrebs um fünf Prozent. Für Selen wurde außerdem ein um sieben Prozent erhöhtes relatives Risiko auf eine Diabeteserkrankung gefunden.


US-Studie mit mehr als 15.000 Medizinern
Die zweite Studie unter Leitung der Harvard Universität prüfte die Auswirkungen der Vitamine C und E auf das Krebsrisiko von rund 15.000 Ärzten ab 50 Jahren, von denen 1307 eine Krebsdiagnose in der Vorgeschichte hatten. Die Teilnehmer nahmen über einen Zeitraum von durchschnittlich acht Jahren entweder Vitamin E (400 IU alle zwei Tage) oder Vitamin C (500 mg täglich) ein. Beide Vitamine konnten sie weder vor einem Prostatakarzinom noch vor anderen Krebserkrankungen schützen, wie die jetzt publizierten Ergebnisse dokumentieren. Beide Vitamine senkten im Lauf von acht Jahren weder das generelle Krebsrisiko, noch die Wahrscheinlichkeit für Tumore von Prostata, Darm, Lunge, Blase oder Speiseröhre.

Wirklich gesund: Natürliche Vitamine in Obst und Gemüse
An der dritten Studie nahmen 7.627 Frauen teil. Die Untersuchung wurde von Wissenschaftlern des Brigham and Women's Hospital der Harvard Universität geleitet. Alle Teilnehmerinnen hatten ein hohes Risiko für Herzerkrankungen. Sie erhielten Vitamine C, E, Beta-Karotin und Placebos und wurden 10 Jahre lang beobachtet. In dieser Zeit erkrankten von 624 Teilnehmerinnen an Krebs, 176 verstarben daran. Die Sterbefälle waren gleichmäßig zwischen den verschiedenen Gruppen verteilt. Die Vitamine, egal, ob einzeln oder im Paket, hatten den Krebs nicht verhindern können.
Vitaminpräparate sind aufgrund des Versprechens, die Gesundheit zu fördern, ein Milliardengeschäft. Besser wäre freilich, sich einfach besser zu ernähren. So rät der Weltkrebsforschungsfond (World Cancer Research Fund, WCRF) davon ab, Nahrungsergänzungsmittel zur Krebsvorsorge zu nehmen. Obst und Gemüse, reich an natürlichen Antioxidantien, haben dagegen schon mehrfach ihren Nutzen für die Gesundheit unter Beweis gestellt.

Quellen:
Lippman SM et al. Effect of Selenium and Vitamin E on Risk of Prostate Cancer and Other Cancers. JAMA. Published online December 9, 2008.
Gaziano JM et al. Vitamins E and C in the Prevention of Prostate and Total Cancer in Men: The Physicians' Health Study II. JAMA. 2009;301(1):52-62. Published online December 9, 2008 (doi:10.1001/jama.2008.862).
Lin J et al. Vitamins C and E and Beta Carotene Supplementation and Cancer Risk: A Randomized Controlled Trial. Journal of the National Cancer Institute 2009 101(1):14-23; doi:10.1093/jnci/djn438
Meffert H. Antioxidants - friend or foe? GMS Ger Med Sci. 2008;6:Doc09.

 


 

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